Der Rhein-Radweg

Rhein-Radweg - Panorama, Rheinfall

Der Rhein-Radweg beginnt am Quellgebiet des Rheins, hoch in den Schweizer Alpen. Genießen Sie Schweizer Gastlichkeit und erleben Sie ein Bergpanorama der Extraklasse. Nicht umsonst heißt dieser Abschnitt wilder Alpenrhein. Die Ruinaulta Schlucht eröffnet einen Blick in eine Vergangenheit, als die Berge erst geformt wurden. Der Ausblick in die Schlucht bietet bereits eines der bekanntesten Fotomotive am Rhein-Radweg. Die zum Teil kräftigen Steigungen, entschädigen Sie ein ums andere Mal mit einer tollen Aussicht und einer sagenhaften Natur.
Am Bodensee angekommen, folgen Sie dem Rhein-Radweg nach Konstanz. In der Konzilstadt können Sie die 1000 jährige Geschichte spüren, während Sie durch die komplett erhaltene Altstadt schlendern. Der Rhein-Radweg bringt Sie bis zum Stadteingang. Legen Sie unbedingt eine Pause für einen Stadtrundgang ein.
Durch idyllische Dörfer und stets direkt am Fluss führt Sie der Rhein-Radweg nach Schaffhausen. Verpassen Sie unter keinen Umständen den Rheinfall. An Europas drittgrößtem Wasserfall stürzen sich jeden Tag gewaltige Wassermassen in die Tiefe. Ein Erlebnis, welches Sie nicht vergessen werden. Auf dem nunmehr ebenen Rhein-Radweg erleben Sie die romantische Atmosphäre des gemächlich dahingleitenden Hochrhein. Hier können Sie den Alltag vergessen. Kleine Orte und geschichtsreiche Städte begleiten Sie über Bad Säckingen, Basel und Müllheim. Es lohnt sich, den Rhein-Radweg einmal zu verlassen und einen Abstecher in den Schwarzwald zu unternehmen. Nach einem anstrengenden Aufstieg können Sie Ihre Radreise in Freiburg ausklingen lassen.
Zwischen Mainz und Köln präsentiert sich der Rhein-Radweg nochmals von seiner schönsten Seite. Der Mainzer Dom bildet den perfekten Einstieg für Kulturbegeisterte. Versäumen Sie nicht einen Blick in die Gutenbergbibel zu werfen und werden Sie Zeuge von der Geburtsstunde des Buchdrucks. Von Mainz verläuft der Rhein-Radweg immer entlang des nun breiten und wasserreichen Stroms. Auf Ihrem Weg nach Koblenz begegnen Sie bei St. Goar der Loreley. Der Legende nach sind zahllose Schiffe in der scharfen Biegungen dem Sirenengesang zum Opfer gefallen. Vielleicht können Sie die Rheintochter ebenfalls vom Rhein-Radweg aus singen hören.
In Köln findet Ihre Radreise auf dem Rhein-Radweg einen gebührenden Abschluss. Die Domstadt kann mit unzähligen Sehenswürdigkeiten aufwarten. Familien lieben den Kölner Zoo, Kulturfreunde die historischen Bauten und Museen. Bleiben Sie lieber einen Tag länger und besuchen Sie den Dom St. Petrus. Stoßen Sie zum Abschluss mit einem „Kölsch“ an, auf Ihre Radtour am Rhein-Radweg!

Der Rhein

Von seinem Ursprung in den Schweizer Alpen bis zu seiner Mündung in die Nordsee legt der Rhein über 1230 km zurück. Dabei ändern sich der Charakter von Fluss und Umgebung stetig. In vielen Windungen fließt der Alpenrhein in den Bodensee. Ab Konstanz trägt der Fluss offiziell den Namen Rhein. Übrigens stellt der Rhein den einzigen Abfluss des Bodensees dar und hat merklich an Breite und Tiefe zugenommen. Bei Schaffhausen stürzt der Rhein sich 23 m in die Tiefe und bildet so Europas drittgrößten Wasserfall.
Ab Basel ist der Rhein ein Storm und von zentraler Bedeutung für die Wirtschaft und Schifffahrt. Die Bedeutung des Rheins für die Entwicklung der anliegenden Städte lässt sich am einfachsten an der Vielzahl der Metropolen ablesen. Von Basel über Koblenz, Köln, Düsseldorf und Rotterdam verdanken alle Städte ihren Wohlstand und ihre Entwicklung dem zweitgrößten deutschen Fluss.

Länge des Rhein-Radwegs

Der Rhein-Radweg führt von den Alpen bis an die Nordsee. Von Andermatt in der Schweiz bis nach Hoek van Holland in den Niederlanden können Sie 1232 km auf dem Rhein-Radweg zurücklegen. Dabei folgt der Rhein-Radweg stets dem Flusslauf. Es existieren zahlreiche Varianten und Ausflüge, welche lohnenswert sind. Vor allem dort, wo der Rhein die Landesgrenze darstellt, sind häufig beide Seiten als Rhein-Radweg befahrbar. Der deutsche Rhein-Radweg hat eine Länge von 971 km.

Wege

Grundsätzlich sind die Fahrradwege auf dem Rhein-Radweg gut ausgebaut. Zwischen Konstanz und der holländischen Grenze fahren Sie fast ausschließlich auf asphaltierten Rad- oder Dammwegen. Lediglich in den größeren Städten und bei Ortsein- und -ausfahrten müssen Sie auf Autos und sonstigen Verkehr aufpassen. Gelegentlich weicht der Radweg auch auf ruhige Landstraßen aus.
Der Rhein-Radweg zwischen Andermatt und Chur verläuft über befestigte Forstwege. Je nach Wetterlage können diese auch mal off-road Charakter haben. Ab Chur ist der Rhein-Radweg bis zum Bodensee durchgehend asphaltiert. Dabei radeln Sie auf eigenen Radwegen oder ruhigen Landstraßen.
Ab Konstanz verläuft der Rhein-Radweg bis zur holländischen Grenze auf gut befestigten Wegen. Im Rheintal sind die Radwege durchgehend asphaltiert, verlaufen stellenweise aber parallel zur Landstraße.

Radler in Stein am Rhein, Rhein-Radweg

Topographie

Von den Alpen bis in die Niederlande besitzt der Rhein eine sehr abwechslungsreiche Topographie. Auf dem Weg von Disentis zum Bodensee gibt es einige kräftige Steigungen. Ab Chur flacht die Strecke konsequent ab. Dennoch verlangen vor allem die ersten Etappen den Radlern auf dem Rhein-Radweg eine gewisse Sportlichkeit ab.
Auf dem Hochrhein zwischen Konstanz und Waldshut-Tiengen gilt es immer wieder kleinere Anstiege zu bewältigen. Die Strecke nach Basel und von dort nach Müllheim verläuft weitgehend eben. Falls Sie von dort einen Abstecher in den Schwarzwald machen wollen, werden Sie noch ein weiteres Mal gefordert, nämlich beim Aufstieg nach Freiburg im Breisgau.
Zwischen Mainz und Köln hat der Rhein sich zu einem gemütlichen Strom entwickelt. Enorm breit und wasserreich gibt es nur noch wenige Hügel. Einzig in der Gegend um Koblenz gibt es nochmals ein Auf und Ab auf dem Rhein-Radweg.

Beschilderung

Die Beschilderung des Rhein-Radwegs ist nicht einheitlich. Der Rhein-Radweg verläuft durch drei Staaten und mehrere Bundesländer. Da der Rhein zwischen Konstanz und Straßburg auch die Landesgrenze darstellt, ist zudem die Ausschilderung unterschiedlich, je nachdem auf welcher Seite Sie radeln.
In der Schweiz, zwischen Disentis und dem Bodensee, ist die Ausschilderung sehr gut. Der Rhein-Radweg heißt dort Rheinroute und ist durchgehend als nationale Veloroute Nummer 2 beschildert.
Zwischen Schaffhausen und Basel ist der Rhein-Radweg rechtsrheinisch als Rheintalweg mit grünen Wegweisern markiert. Die Schweizer Seite folgt zunächst weiterhin der Rheinroute Nummer 2.
Ab Mainz ist der Rhein-Radweg bis Bad Honnef durchgehend mit dem Routenlogo Rheinradweg ausgeschildert. Die Beschilderung auf diesem Streckenabschnitt wurde erst im Jahr 2007 komplett erneuert und überprüft. Von Bad Honnef können Sie den roten Schildern Erlebnisweg Rheinschiene folgen.
Der Rhein-Radweg ist auf dem gesamten Mittelrhein und Niederrhein eng an das restliche Verkehrsnetz angebunden, so dass Sie häufig in der Nähe von Landstraßen oder der Bahn sind. Lassen Sie sich im Zweifel von diesen leiten.

Wer ist auf dem Rhein-Radweg unterwegs?

Für wen der Rhein-Radweg geeignet ist, hängt von dem geplanten Abschnitt ab. Der Alpenrhein ist ein Paradies für sportliche Radler und Naturfreunde. Sie benötigen zwar kein Mountainbike, doch kann es damit erst recht viel Spaß machen. Fantastische Aussichten und Postkartenmotive belohnen Sie außerdem für jeden Aufstieg. Aufgrund der Steigungen und der stellenweise schlechten Wege ist dieser Teil nicht für Kinder oder Anhänger geeignet. Mit einem E-Bike können Sie aber die schwierigsten Steigungen einfach ausgleichen.
Der Hochrhein zwischen Konstanz und Freiburg ist einfacher zu radeln. Die kleinen Dörfer am Bodensee und der Rheinfall sind ein Erlebnis, welches das Herz jedes Naturfreundes höher schlagen lässt. Konstanz, Basel und Freiburg bieten alles, was Kulturbegeisterte suchen. Die Steigungen, welche Sie auf diesem Abschnitt erwarten, sind auch für Einsteiger zu bewältigen. Familien steigen aber besser erst am Mittelrhein ein.
Zwischen Mainz und Köln zeigt der Rhein-Radweg seinen gemütlichsten Streckenabschnitt. Seltene Anstiege und gute Rastmöglichkeiten machen diesen Abschnitt zum perfekten Radweg für Einsteiger und Familien. Erleben Sie eine geschichtsträchtige Strecke zwischen zwei Domen und lassen Sie sich von einem sagenumwobenen Teil des Rheins verzaubern.

Rebgarten in Breisach, Rhein-Radweg

Reisezeit

Die Reisezeit ist abhängig davon, welchen Teil des Rhein-Radwegs Sie radeln möchten. Der Mittelrhein zwischen Mainz und Köln ist das ganze Jahr gut zu befahren. Der Rhein-Radweg zeigt sich hier durchgängig von seiner besten Seite. Vom Frühjahr und frisch austreibendem Grün bis zur Weinlese im Herbst gibt es die unterschiedlichsten Eindrücke zu erhaschen. Familien und Genießer fahren am besten zur Hauptreisezeit: In den Sommermonaten Juli und August.
Der Hochrhein zwischen Konstanz und Freiburg ist auch ganzjährig zu befahren. Wenn Sie Ihre Strecke aber über den Schwarzwald verlängern, empfehlen wir eine Anreise nicht vor Mai. Eine besondere Pracht entfaltet sich im Herbst. Wenn sich die Blätter ab Mitte September verfärben erleben Sie den Hochrhein in seiner romantischsten Stimmung!
Am Alpenrhein ist der Rhein-Radweg abhängiger von der Schwere und Dauer des Winters. Die ideale Reisezeit liegt in den Sommermonaten. Sportliche Radler und Mountainbiker finden aber bereits Anfang Mai eine Berglandschaft zum Verlieben.

An-, Ab- und Rückreise

Ganz egal, ob Sie den Rhein-Radweg ab der Quelle, dem Hochrhein oder dem Mittelrhein erleben wollen, Ihre Anfangs- und Endpunkte sind gut mit Bus, Bahn oder PKW zu erreichen. Zwischen Konstanz und Chur gibt es tägliche Direktverbindungen, ebenso zwischen Köln und Mainz. Einzig zwischen Konstanz und Freiburg müssen Sie mit einer längeren Rückreise an Ihren Startort rechnen.

Abkürzungen

Sollten Sie eine Etappe auf dem Rhein-Radweg wegen einer unvorhergesehenen Panne oder einem plötzlichen Wetterumschwung lieber abkürzen wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Am Alpenrhein sind alle Etappenorte an das Streckennetz der Schweizer Bundesbahn SBB angebunden. Die Fahrradmitnahme ist in praktisch allen Zügen möglich.
Zwischen Konstanz und Basel besitzen ebenfalls die meisten Orte einen Bahnhof. Außerdem gibt es zwischen Konstanz und Schaffhausen eine Linienschifffahrt.
Bereits vor Mainz ist der Rhein ein wichtiger Transportweg für Handel und Industrie. Als solcher gibt es zahlreiche Schiffsanleger und Bahnhöfe. Eine Abkürzung ist so für jede Etappe oder Teiletappe möglich.