Reisebericht: Radtour von Bozen nach Venedig

Von der Radweg-Reisen Mitarbeiterin Larissa Großhardt

Das Panorama am Gardasee

weite Felder

Die Etsch

Ein Park in Verona

Grüne Wiese

Riva

bei Padua

La dolce vita – das süße Leben – verbindet man unweigerlich mit dem Urlaubsland Italien. Dies war auch der Leitsatz unser Mitarbeiterinnen Larissa und Lena auf ihrer Radtour von Bozen nach Venedig. Trotz des verregneten Starts hatten sie wunderschöne Tage in Norditalien – und die Sonne ließ auch nicht lange auf sich warten. Diese Reise von Südtirol bis an die Adria ist einer unserer Bestseller. Werden Larissa und Lena das bestätigen?

Larissa Großhardt

Von Larissa Großhardt: 

Für unsere erste große Radtour haben wir uns Italien ausgesucht. Wir, das sind meine Kollegin Lena und ich. Der Tourenverlauf hat uns von Anfang an angesprochen und auch der ausgeschriebene Schwierigkeitsgrad bestärkte uns bei der Entscheidung, dass wir die Tour schaffen werden, ohne uns als Neulinge zu überschätzen. 

Früh morgens machen wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Bozen, weg vom verregneten Deutschland. In Bozen ist das Wetter leider nicht besser, aber mit Hilfe der Reiseunterlagen und dem Stadtplan von Bozen checken wir schnell und einigermaßen trocken in unserem ersten Hotel ein. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zum Infogespräch. Es ist eine kleine Runde. Uns wird das Tourenheft nochmals erklärt, die Etappen werden beschrieben (Steigungen, Interessante Orte auf der Strecke, Sehenswertes) und dann dürfen wir die Räder testen und Fragen stellen. Danach schlendern wir noch durch die Gassen von Bozen, essen in einem der vielzähligen Restaurants zu Abend und schon neigt sich der erste Tag dem Ende zu.

Bozen

Bozen – Trient, ca. 70 km: 

Es regnet und regnet und regnet, ununterbrochen, seit wir wach sind und das bei 14 Grad. Nach vielem Hin- und Herüberlegen entscheiden wir, die heutige Etappe nicht zu radeln. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Keine Stunde später sitzen wir im Zug auf dem Weg nach Trient. Nach einer halbstündigen Fahrt sind wir auch schon da – das Wasser steht schon fast auf den Straßen und wir freuen uns umso mehr über die Entscheidung, heute nicht geradelt zu sein! Nach dem einchecken und dem Mittagessen im Hotel sind wir dann doch nochmal raus gegangen – das Wetter hat sich immer noch nicht beruhigt, aber wir wollen Trient sehen! Es gibt einen wunderschönen Park mit Teich und Enten, kleine Gassen mit vielen Cafés und imposante Plätze. Wir besichtigten die Kathedrale di San Vigilio und bestaunten den Brunnen Bar Tridente auf dem Domplatz. Dort lassen wir den regnerischen, aber doch erlebnisreichen Tag in einem Restaurant ausklingen.

Etsch

Trient – Sirmione, ca. 50 km + Schifffahrt

Die Wolken haben sich aufgelöst und wir fühlen uns bereit für unseren ersten Radtag! Um Punkt 9 Uhr sitzen wir auf dem Sattel – da heute die Schifffahrt über den Gardasee ansteht, müssen wir rechtzeitig in Riva ankommen. Es gibt einen eigenen asphaltierten Radweg, der entlang von Wiesen und Obstfeldern führt, zwischen den beeindruckenden Bergen hindurch – es ist einfach wunderbar! Wir folgen der Etsch in Richtung Süden. Am späten Vormittag fahren wir in einen kleinen Ort, um eine Kaffeepause zu machen, das italienische Dolce Vita ist zu spüren! In Mori haben wir das Gefühl, uns verfahren zu haben, es ging auf der Straße entlang und das „Centro“ konnten wir nicht ausfindig machen – wir wollen schon umdrehen, als wir einen Aufkleber des örtlichen Partners als Wegweiser entdeckten! Wir sind richtig: Und da ist auch schon die Eisdiele, in der uns eine Eisverkostung erwartet! Ein paar Steigungen müssen noch überwunden werden, aber der Blick auf den Gardasee belohnt uns für die Anstrengungen! Ein schnelles Mittagessen in Riva und schon geht es mitsamt den Rädern aufs Schiff – auf die 4-stündige Überfahrt an das Südende des Gardasees. Radfahrer dürfen als erstes aufs Schiff und bei der Verstauung der Räder hilft die Crew! Bei Ankunft in Sirmione machen wir unser Hotel ausfindig und ziehen auch direkt wieder los, da wir aufgrund der späten Ankunft mit dem Schiff ohnehin nicht viel Zeit für das Flair der Halbinsel haben.

Ein Park in Verona

Sirmione – Verona, ca. 50 km 

Die Ausfahrt aus Sirmione gestaltete sich problematisch, möglicherweise liegt es an dem vielen guten Weißwein, den es gestern gab. Es dauerte seine Zeit, bis wir endlich einen Weg aus der Stadt gefunden haben. Italienische Wochenmärkte sind unglaublich schön – leider ist dieser aber direkt in der Straße, durch die wir durchradeln sollen. Aber wir haben den ganzen Tag Zeit und eine Alternativroute ist gleich gefunden. Der heutige Radweg führt uns durch das Hinterland, immer in Straßennähe. Dass die heutige Etappe anstrengend wird, haben wir gewusst. Ehrlich gesagt fühlen sich aber die leichten Hügel wie richtige Anstiege für mich an. Nach einer Kaffeepause ist die Laune wieder gut und auch der Weg wird schöner, wir fahren entlang eines Dammes auf einem unbefestigten Radweg und genießen die Ruhe und das gute Wetter. In Sommacampagna haben wir eine Mittagspause eingelegt, leider haben alle Restaurants siesta (Mittagsruhe) oder ferie (Urlaub). Aber ein Café hat immer geöffnet und dort gibt es glücklicherweise auch Panini. Weiter geht’s entlang stärker befahrener Straßen in Richtung Verona. Am Ortsschild von Verona haben wir einen kurzen Jubelschrei ausgestoßen! Doch kurz vorm Ziel haben wir uns in Verona verfahren. Aber in Italien kommt man durch Fragen sehr gut weiter und so sind wir dann auch im Hotel in der Romeo- und Julia-Stadt angekommen.

weite Felder im Umland

Verona – Vicenza, ca. 70 km

Wir starten wieder in einen sonnigen, warmen Tag, heute steht die Monsteretappe an. Eine Abkürzung der ersten 30 Kilometer ist mit dem Zug möglich. Diese Option haben wir getestet, die Räder haben wir einfach im Zug verstauen können und sind dann in San Bonifacio angekommen. Nach mehrfachem im Kreis fahren, bei warmen 30 Grad, haben wir aus San Bonifacio raus gefunden und uns wieder auf dem Radweg befunden. Die Etappe geht leider hauptsächlich entlang von bzw. direkt auf Straßen, zwischendurch gibt es ein sehr schönes Stück durch Weinreben und ruhige Landschaften. Den höchsten der Berici Hügeln haben wir gemütlich, mit sehr vielen Pausen beradelt. Bergab ging es dann das letzte Stück Richtung Vicenza durch wunderschöne Ortschaften mit prächtigen Villen und besonderem Flair. Vicenza ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Es gibt eine große Einkaufsstraße, den typischen italienischen Stil der Gassen und es herrscht eine tolle Atmosphäre.

Steintreppe mit Statuen

Vicenza – Abano Terme, ca. 45 km

Ausgeschlafen geht es weiter, wir sind guter Dinge, da die heutige Etappe verhältnismäßig kurz und eben ist. Wir finden leicht aus der Stadt raus und befinden uns auf einem asphaltierten Radweg. Dieser führt uns die ersten paar Kilometer entlang von Ortsrändern und Blumenwiesen. Der erste Abschnitt der Etappe führt durch das Hinterland – es gibt vieles zu sehen: Villen, alte Häuser und viel Natur. Die zweite Hälfte ist dann schon wieder etwas öfter entlang der Straße und durch Wohngebiete. Die Suche nach dem Mittagessen gestaltete sich leider wieder schwierig. Die letzten paar Kilometer führen über einen Schotterweg nach Abano Terme. Hier herrscht eine sehr angenehme Stimmung, es ist ruhig und man merkt sofort, dass es sich hier um einen Kurort handelt. Am Abend sind wir dann in einer guten Pizzeria eingekehrt und haben die heutige Tour bei einem Glas Wein Revue passieren lassen.

Venedig-Mestre

Abano Terme – Venedig (Mestre), ca. 50 km 

Wetterprognose für Heute: 20 Grad und Gewitter – also haben wir uns etwas wärmer angezogen, was wir nach den ersten paar Kilometern schon bereut haben. Es sind erneut 29 Grad. Wir fahren entlang von unbefahrenen Straßen, wieder an einem Damm entlang und landen schließlich direkt in Padua. Ein paar Fotos und eine kleine Pause später geht es auch schon, entlang einer stark befahrenen Straße, weiter. Wir fahren durch viele Ortschaften und größere Städte, wir glauben schon, die Meeresluft bereits riechen zu können. Die Strecke ist sehr gut beschrieben und ausgeschildert, somit finden wir schnell nach Mestre zum Bahnhof und dann noch das letzte Stück zum Hotel. Gerade rechtzeitig, denn schon fängt es an zu regnen.
 

Der Gardasee

Unser Fazit

Der Tag geht zu Ende und damit auch unsere achttägige Radtour. Alles in allem ist die Radtour empfehlenswert, wir haben es sehr genossen. Man radelt durch kleine und auch größere Ortschaften und Städte und entdeckt so manches, was man mit dem Auto nicht entdeckt hätte. Die Übernachtungsorte sind alle absolut sehenswert.