Reisebericht: In 4 Etappen um den Bodensee

Von unseren Gästen Isabel und Mark im September 2018

Kreuzlingen am Hafen

Kreuzlingen Hafen

Insel Mainau

Auf der Insel Mainau

Überlingen

Die Promenade in Überlingen

Meersburg

Meersburg

Auf dem Pfänder

Auf dem Pfänder

Stein am Rhein

Die Altstadt von Stein am Rhein

Auf ihrer Radtour um den Obersee entdeckten Isabel und Mark im September 2018 die bekanntesten Städte am Bodensee. Immer in Ufernähe und mit dem Alpenpanorma im Blick geht es nach Konstanz, Meersburg, Friedrichshafen, Lindau, Bregenz und Arbon. Sie entschieden sich für eine individuell auf sie abgestimmte Reise und radeln in vier Etappen um den schönen Bodensee.

Isabel und Mark

Von Isabel und Mark

Wir sind Isabel und Mark aus Nordrhein-Westfalen und begeisterte Radfahrer. Mit unseren Mountainbikes sind wir immer und gerne unterwegs. Gerne auch mal über Stock und Stein. Bisher haben wir uns mit unseren Bikes aber noch nicht auf eine größere Radtour über mehrere Tage gewagt. Im Internet wurden wir durch Zufall auf Radweg-Reisen.com aufmerksam und beschließen spontan: „Wir wollen den Bodensee mit unseren Rädern umrunden!“
Ein paar Urlaubstage haben wir bei unseren Arbeitgebern noch für den September übrig, also warum wollen wir diese nicht einlösen? Am Bodensee sind wir noch nie gewesen, also machen wir das jetzt!
Bei Radweg-Reisen hilft man uns sehr freundlich weiter und lässt sich auf unsere individuellen Wünsche ein. Wir geben unsere Übernachtungszeit von 4 Nächten an und den Wunsch in Kreuzlingen, Überlingen, Lindau und Konstanz übernachten zu wollen.

Innerhalb kürzester Zeit ist alles gebucht, wir bekommen ausführliche und sehr genaue Reiseführer und eine tolle Bodensee-Radtourenkarte von Radweg-Reisen zugesandt. Alle Hotels sind genau beschrieben und wir freuen uns schon auf unser kleines Abenteuer…
…wird das Wetter halten? Ist der Bodenseeradweg wirklich so schön wie in vielen Reiseführern beschrieben? Hält unsere Kondition? Viele Fragen nehmen wir mit auf unsere kleine Radreise.

Im Seeburgpark

Anreise und Ankunft in Kreuzlingen

Die Anreise organisieren wir selbst mit unserem PKW. Darin haben wir unsere eigenen Fahrräder eingeladen und möchten auf angebotene Mieträder verzichten. Irgendwie fühlt man sich auf seinem eigenen Rad doch am wohlsten…
Die Unterkunft ist am frühen Morgen bereits erreicht und liegt direkt am Hafen von Kreuzlingen. Das Wetter ist sagenhaft bei unserer Ankunft. Blauer Himmel und Sonnenschein. Das Hotel ist ein Traum, alle sind freundlich, früh dürfen wir unser Zimmer bereits beziehen und haben so schon den ersten Ankunftstag zur Verfügung. Schnell parken wir den Wagen sicher ein und beginnen heute eine kleine Entdeckungsreise zu Fuß und noch ohne Rad durch den wunderschönen Seeburgpark in Kreuzlingen. Schon hier können wir den Bodensee bereits bestaunen und sind begeistert vom kristallklaren Wasser des Sees und der mediterranen Atmosphäre, die uns schon hier einfängt.
Voller Vorfreude genießen wir den ersten Tag und können unseren Etappenstart kaum erwarten…

Wallhausen am Hafen

Kreuzlingen – Überlingen – Mainau – Wallhausen, ca. 25 km

Es geht los! Gut gefrühstückt und ausgeschlafen verabschieden wir uns von unserer Unterkunft und radeln los. Den Einstieg in den Radweg finden wir direkt vor dem Hotel, der Weg ist sehr gut markiert, man kann sich nicht verfahren. Unsere erste Etappe führt uns von Kreuzlingen in der Schweiz über Konstanz zur Insel Mainau. Ganz bewusst möchten wir am ersten Radtag nicht so viele Kilometer fahren, um Zeit für die Blumeninsel Mainau zu haben. Schon um 8 Uhr sitzen wir auf dem Fahrrad und kommen im Frühnebel auf der Mainau an. Dort verbringen wir einen tollen Tag und bestaunen den Dahlien-Garten, Mammutbäume, Blumenarrangements und besichtigen das Schmetterlingshaus. Frische knackige Äpfel von der Mainau vernaschen wir ebenfalls. Nachmittags geht es weiter mit dem Rad durch Apfelplantagen und am wunderschönen Seeufer vorbei nach Wallhausen. Dort setzen wir mit dem Schiff über, wir haben von Radweg-Reisen einen Gutschein dafür erhalten und freuen uns sehr darüber. Bei Bilderbuchwetter kommen wir in Überlingen an und müssen nun eine steile Etappe zum Hotel hochfahren, welches in einem Park oberhalb des Sees liegt. Auch hier erwartet uns wieder ein tolles Hotel, unser Gepäck ist schon da und wir freuen uns, dass der Gepäcktransfer so toll geklappt hat. Entspannt lassen wir den Abend an der wunderschönen Seepromenade ausklingen und freuen uns auf den nächsten Tag.

Insel Mainau
Die Apfelplantagen

Überlingen – Unteruhldingen – Meersburg – Friedrichshafen – Lindau, ca. 65 km

Wieder haben wir gut gefrühstückt und geschlafen. Prima, dass man in den Unterkünften schon ab 7 Uhr Frühstück erhält. So können wir uns also wieder bei Sonnenaufgang auf den Sattel schwingen und die nächste Etappe starten, die uns nach Lindau führen soll.
Wir fahren vom hoch gelegenen Hotel zum Radweg am See hinunter und können das problemlos mit unseren Mountainbikes bewerkstelligen. Die Fahrt geht wunderschön durch Apfelplantagen und Weinfeldern hindurch. Die Früchte und Weintrauben leuchten uns im hellen Sonnenlicht entgegen. Schon wieder so ein Bilderbuchwetter!
Früh kommen wir bei den Pfahlbauten in Unteruhldingen an, die wir schon immer einmal sehen wollten. Die Führung ist sehr interessant und das Pfahlbautendorf liegt mystisch im Morgenlicht. Dieses Dorf ist einen Besuch wert. Hier erfährt man viel über die Menschen, die schon vor tausenden Jahren diese Gegend bewohnten. Nach der Besichtigung geht es weiter auf dem Rad Richtung Meersburg. Bisher haben wir keine Probleme, den Schildern zu folgen, das Wetter ist perfekt und wir sind motiviert bis unter die Haarwurzeln.

 

Vorbei an Badestränden und vielen Haltemöglichkeiten am Seeufer, kommen wir mittags in Meersburg bei der Altstadt an. Wie schön es hier ist! Wir bringen unsere Räder in einem der vielen Fahrradständer unter und steigen zum Neuen Schloss hinauf. Von hier gibt es einen wunderschönen Ausblick hinunter zum See und zur Altstadt. Vor uns das Staatsweingut und die urige Meersburg. Es ist alles so malerisch hier, wir möchten gar nicht weiter. Also schlabbern wir noch ein leckeres Eis und ganz allmählich fahren wir weiter über Friedrichshafen nach Lindau. Wieder geht es durch viele Apfelplantagen hindurch, dieses Mal sind viele andere Radler mit uns gemeinsam unterwegs.

Aber für alle ist genug Platz auf dem Radweg. Vor Antritt der Reise hatte ich Sorge, dass dies nicht der Fall sein wird. Also unnötige Sorgen gemacht!
Unsere Unterkunft liegt dieses Mal in der Altstadt von Lindau. Wir finden das Hotel auf Anhieb und sind überwältigt von dieser schönen Lage. Wir dürfen direkt am Hafen nächtigen und werden bei der Ankunft von der tollen Kulisse begrüßt. Die Hafeneinfahrt Lindaus mit dem berühmten Löwen ist wunderschön!
Wieder werden wir freundlich empfangen im Hotel, alles ist sehr stilvoll und elegant eingerichtet. Unser Gepäck ist auch wieder wohlbehalten angekommen. Wir verschwenden keine Zeit, bringen unsere Räder unter und wollen den Abend in der Altstadt verbringen. Den Sonnenuntergang genießen wir in einem leckeren Restaurant am Hafen und schauen dem Treiben zu. Wir sind glücklich und angenehm erschöpft von der schönen Tagesetappe. Mal schauen, was der neue Tag uns morgen bieten wird.

Die Pfahlbauten
Der Hafen von Lindau

Lindau – Bregenz – Rorschach – Romanshorn – Konstanz, ca. 95 km

Und wieder geht es früh morgens los. Schon wieder haben wir sehr gut gefrühstückt, gut geschlafen und uns in der Unterkunft rundum wohl gefühlt. Also starten wir gut gelaunt unsere längste Etappe, die uns bis Konstanz führen soll. Von Lindau aus geht es recht zügig am Seeufer entlang nach Bregenz. Hier wagen wir einen Abstecher zur Pfänderbahn, die direkt in der Innenstadt zum 1064 Meter hohen Pfänder fährt. Von 8 bis 10 Uhr werden Fahrräder kostenfrei mittransportiert und so schweben wir mit den Rädern auf den Berg. Dort oben hat es eine tolle Aussicht auf den See und wir genießen das Panorama bei Bilderbuchwetter. Wir treffen einen netten Mitstreiter, der ebenfalls den Bodenseeradweg fährt und unterhalten uns lange. Es gibt vom Pfänder extra Fahrradabfahrten, die ausgeschildert sind. Fußgänger- und Radwege sind strikt getrennt! Also fahren wir 800 Meter rasant talwärts und haben unten ganz heiß gelaufene Bremsen. Spaß hat das gemacht!
Weiter geht es auf der österreichischen Seite immer am Seeufer entlang. Zwischendurch verläuft der Radweg  mehrere Kilometer vom Seeufer weg und ein großer Teil muss durch das Hinterland gefahren werden. Aber auch hier ist es sehr schön, nach dem Rheindelta sind wir wieder am Seeufer und schnell ist man über die Schweizer Grenze gefahren. In Rorschach legen wir eine längere Rast an der schönen Seepromenade unter Schatten spendenden Platanen ein.

Weiter geht es am Seeufer entlang nach Romanshorn. Dort finden wir eine tolle Badebucht, das Wasser hat eine kristallklare Qualität, manchmal glauben wir, bis nach Italien gefahren zu sein. Wir halten einfach an und springen ins Wasser. Das ist herrlich!
Nach unserer Badepause geht es auf dem Rad weiter, jedoch gefällt uns dieser Teil der Etappe nun gar nicht. Es geht unentwegt an Bahntrassen lang, wir sehen den See gar nicht mehr. Und das zieht sich unendlich lang hin, bei sengender Hitze von oben.
Aber auch diese Etappe findet ein gutes Ende, wir kommen in Konstanz an und sind nach 94 Kilometern wirklich fix und fertig. Daher haben wir kaum Augen für den wunderschönen Hafen mit der Imperia-Statue. Unsere Unterkunft liegt inmitten der Altstadt, wir müssen ein bisschen suchen, finden es dann aber. Auch hier werden wir herzlich empfangen, das Haus hat eine lange Geschichte und war schon zur Zeit des Konstanzer Konzils eine Unterkunft für Reisende. Dieses Haus hat etwas, knarzende Dielen, uralte Gemäuer und ganz viel Atmosphäre. Toll!
Abends im Biergarten treffen wir unsere Bekanntschaft vom Pfänder wieder. Wir genießen gemeinsam bei bestem Wetter ein leckeres Bierchen und tauschen unsere Erfahrungen auf dem Radweg aus. Die Sonne geht langsam unter, aber es bleibt sehr warm. Ein sehr schöner Abend inmitten der Altstadt ist das. Und wieder freuen wir uns auf den nächsten Tag!

Die Fahrt mit der Pfänderbahn
Stein am Rhein

Konstanz – Reichenau – Stein am Rhein – Konstanz, ca 50 km

Heute brauchen wir kein neues Hotel erreichen, wir bleiben in unserer Unterkunft. Das ist auch mal angenehm, denn so brauchen wir nicht früh morgens unser Gepäck für den Transfer vorbereiten. Trotzdem geht es früh los, wir sind nicht die ersten um 7 Uhr beim Frühstück, einige Radfahrer sind schon vor uns da. Wir möchten die Insel Reichenau besichtigen und fahren gesättigt und ausgeschlafen los. Der Weg ist dieses Mal etwas kniffelig, wir verfahren uns in Konstanz. Letztendlich kommen wir aber doch zum Ziel. Es sind nur wenige Kilometer auf die Reichenau von Konstanz aus. Dort angekommen, sehen wir Gemüse und Obst soweit das Auge blicken kann. Das beeindruckt uns sehr. Das Münster können wir uns leider nicht anschauen, es sind Film-und Dreharbeiten im Gebäude und Zutrittsverbot.

Wir ziehen weiter über die Insel und entscheiden uns spontan, mit dem Schiff bis nach Stein am Rhein zu fahren. Meine Wade krampft und schmerzt, ich habe etwas Sorge. Die Fahrt mit dem Boot ist großartig. Es sieht doch alles ganz anders vom Seeweg aus und die Mannschaft an Bord ist hilfsbereit und nett und hat das Verstauen aller Fahrräder und Passagiere sehr gut im Griff! Unter uns sehe ich Fischschwärme im kristallklaren Wasser schwimmen. Da das Wasser einen extremen Niedrigstand aufweist, muss der Kapitän sehr langsam fahren und in Stein am Rhein endet die Fahrt, bis Schaffhausen geht es aufgrund der geringen Wassermengen nicht mehr weiter. Stein am Rhein gefällt uns sehr gut, wir bestaunen die Altstadt mit ihren prachtvoll bemalten Häusern. Der Weg zurück nach Konstanz findet sich leicht und geht wunderschön am Seeufer entlang. Es gibt viele Möglichkeiten, Pausen einzulegen. So langsam merken wir auch unser Hinterteil und die Kilometer in den Knochen. Aber braungebrannt und voller toller Einblicke und Erfahrungen kommen wir in Konstanz an und lassen wieder einmal bei bestem Wetter den Abend bei gutem Essen ausklingen.

Schifffahrt
Die Fahrt mit der Fähre

Zusatztag in Konstanz

Radweg-Reisen ist auf unsere Wünsche eingegangen und hat uns eine Zusatznacht in unserem Hotel gebucht. Diesen Tag brauchen wir dringend, um Pause vom Radfahren zu bekommen und einfach mal zu entspannen. So gerne wie wir Radfahren, wir können nicht mehr. Das Hinterteil will nicht mehr mitmachen.
So nutzen wir den Tag für Ausflüge und Entdeckungen. Wir fahren wieder früh morgens los, dieses Mal aber mit dem Schiff bei Sonnenaufgang Richtung Meersburg. Hier hatte es uns bei unser Stippvisite so gut gefallen, dass wir mehr sehen möchten. Die Überfahrt ist traumhaft, das Wetter ebenfalls. In Meersburg besichtigen wir die alte Meersburg, schlendern über die Seepromenade, genießen das wirklich mediterrane Klima und nehmen das Boot Richtung Konstanz retour. In Konstanz besuchen wir das Rosgartenmuseum, für das wir noch ein Gutschein haben und genießen einen Kaffee. Der Tag klingt aus, wir müssen Abschied nehmen und wissen schon jetzt, dass dies die schönste Fahrradtour war, die wir je gemacht haben. Es war wirklich ein Traum.

Unser Fazit

Diese Radtour war ein kleiner Traum für uns, der wahr geworden ist. Nicht zuletzt wegen der sehr guten Organisation von Radweg-Reisen und den schönen Hotels, die keine Wünsche offen ließen. Wir haben jede einzelne Stunde genossen. Sind beeidruckt von der Schönheit des Bodensees und konnten auf dem Bodenseeradweg mit dem Fahrrad viele Ecken entdecken, die uns als Autofahrer verschlossen geblieben wären. Wir hatten ein unglaubliches Glück mit dem Wetter…
Untrainiert sollte man die Tour jedoch nicht angehen. Es gibt einige Höhenmeter zu bewerkstelligen, wenn man ohne Akku unterwegs ist, nicht unwichtig. Wir waren an vielen Stellen froh mit Mountainbikes unterwegs zu sein, denn es gibt viele Schotterwege mit grobem Split.
Die Fahrräder wird man immer quitt, alle sind auf Radfahrer sehr gut eingestellt und freundlich. Die Radreise hat uns so begeistert, dass wir mit Sicherheit zu Wiederholungstätern werden.