Schon seit 2015, also seit 10 Jahren, bestreiten wir (mein Kollege Josef und ich) unsere jährliche Radtour nicht umsonst über Radwerg-Reisen, denn diese waren allesamt hervorragend durchorganisiert. Besonders erwähnenswert ist hierbei, dass sich auch Reisen planen lassen, die es so im Katalog gar nicht zu buchen gibt. Man äußert seine Wünsche und Radweg-Reisen versucht es möglich zu machen. Nicht immer ganz einfach, denn die Hotels und der Gepäcktransport müssen darauf abgestimmt werden.
Wie schon erwähnt bestreiten wir seit 10 Jahren unsere Radtouren über Radweg-Reisen, also ein kleines Jubiläum, zu dem uns meine Frau ein passendes Radtrikot hat anfertigen lassen und so ging es am Sonntag, den 09. Juli auf den Weg zu unserem Startpunkt nach Konstanz. Ziel hier war das Apartment Hotel, in dem wir unsere erste Nacht verbracht haben.
Pünktlich um 9.00 Uhr wurden wir vom Fahrer von Radweg-Reisen am Hotel abgeholt. Nachdem wir die Räder und das Gepäck verladen hatten, ging es los in Richtung Splügen (Schweiz). Hier hat uns der Fahrer auf einem Parkplatz abgesetzt und wir starteten unsere erste Etappe den Hinterrhein entlang nach Bonaduz. Das schöne am Streckenabschnitt ist natürlich der, dass es vornehmlich bergab geht und man seine Kräfte und auch seine Akkus, denn wir sind auf´s E-Bike umgestiegen, was aber nicht bedeutet, nicht treten zu müssen. Wer das nicht glaubt, probierts am besten selbst aus, um dann eine Strecke zwischen 50 und 100 Kilometern auf der Stufe Eco zurückzulegen, das nur am Rande für jene, welche die E-Bike-Fahrer immer belächeln.
Der Hinterrhein gibt sich sehr wild und frisst sich seinen Weg durchs Gebirge, über Schluchten und Wasserfälle geht es bis nach Bonaduz, wo sich Vorder- und Hinterrhein zum Alpenrhein vereinigen. Besonders zu erwähnen sind die vielen Stellen an denen man entlang der Strecke auf den Hinterrhein hinunter sieht, ganz besonders zu erwähnen sind hier die Rofflachschlucht mit ihrem Wasserfall und die Viamala-Schlucht. Hier zeigt sich eindrücklich welche Kraft Wasser besitzt.
In Bonaduz angekommen, sind wir auf die Suche nach unserem Hotel. Als wir hier eine Passantin nach dem Weg fragten, musste diese lachen, denn das Hotel befand sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Zu den Hotels welche Radweg-Reisen für die Touren bucht, muss man sagen, dass hier eine gute Auswahl getroffen wird, wobei man wie hier in Bonaduz das Hotel Alte Post besonders erwähnen muss, denn nach Schließung des Hotels zum 31.12.2014 und einem Totalabriss wurde das Hotel in nur 500 Tagen wieder eröffnet. Wir waren sehr begeistert vom neuen Ambiente und davon, wie freundlich wir hier aufgenommen wurden und das als „Radfahrer“.
Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns bei leichtem Regen auf den Weg zum Bahnhof Reichenau-Tamins. Von dort ging es dem Vorderrhein entlang bis nach Disentis. Schon entlang der Bahnstrecke hatte man immer wieder herrliche Blicke auf die ganz besonderen Felsformationen, welche man entlang des Vorderrheins zu sehen bekommt. Radweg-Reisen liefert zu jeder Reise, welche man bucht, ausführliche Reiseunterlagen, in welchen auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht wird. So auch in Disentis, wo wir uns das Benediktinerkloster angeschaut haben.
Schön an diesem Tag war, dass sich das Wetter wider Erwarten doch noch gebessert hat, obwohl uns die Wetter-App anderes vorausgesagt hat. Als wir frühmorgens gestartet sind und der Geschäftsführer des Hotels Alte Post uns die Räder aus der Tiefgarage nach oben gefahren hat, hat uns dieser schon prophezeit, dass das Wetter heute noch schön wird und er sollte recht behalten. Einheimische sind oft bessere Wetterfrösche als die heutige moderne Technik. Nach der Besichtigung des Klosters machten wir uns dann auf den Weg zurück ins Hotel nach Bonaduz in dem wir auch die zweite Nacht verbracht haben. Unterwegs gab es noch einen Zwischenfall, den es ganz besonders zu erwähnen gilt.
Im Vorfeld unserer Radreise den Rhein entlang hat mir Radweg-Reisen die einzelnen Etappen in GPX zukommen lassen, so dass ich diese per Handy mittel Komoot navigieren konnte. Am Tag 2 unserer Reise hatten wir aber Pech da die Strecke auf Grund von Murenabgängen gesperrt war. Wir haben die Sperrung missachtet und in erster Linie musste ich spätestens dann erkennen, als ich knöcheltief im Schlamm stand, warum man die Strecke gesperrt hat. Aber so leicht bringt einen Schwaben das nicht aus der Ruhe. Mit viel Mühe konnten wir das Hindernis umgehen, doch nach ca. 100 Metern standen wir vor dem nächsten Hindernis – einem erneuten Murenabgang, welcher aber so gewaltig war, dass man mittels Bagger am Werk war, den Weg wieder herzurichten. Also hieß es für uns das Ganze zähneknirschend zurück, ganz nach dem Motto „Wer nicht hören will, muss fühlen“. Wir habe dann eine Alternativroute gefunden auf welcher wir ziemlich verdreckt am späten Nachmittag das Hotel in Bonaduz erreichten. Nach einer Dusche und nachdem wir unsere Ausrüstung etwas gesäubert hatten, beschlossen wir den Tag bei einem guten Abendessen.
Ausgeruht ging es nach dem Frühstück wieder auf die Strecke – zwar nicht mehr so atemberaubend wie an den beiden Vortagen, doch konnten wir bei schönstem Radlerwetter die Strecke und den Blick auf die Berge, welche wir entlang unserer Route zu sehen bekamen, genießen. Ziel unserer heutigen Etappe war Vaduz, die Hauptstadt von Liechtenstein. Nachdem wir unsere Zimmer im Hotel bezogen hatten, konnten wir uns per Pedes auf den Weg machen, die Stadt etwas näher kennenzulernen.
Ganz besonders ins Auge sticht einem natürlich das Schloss Vaduz, welches weit sichtbar auf einem Berg liegt. In der Annahme einen schönen Blick über die Stadt zu erhaschen, sind wir hinauf zum Schloss gelaufen, musste aber feststellen, dass es keinen Eintritt für Besucher bietet. Trotz allem hat man entlang des Weges hoch zum Schloss mehrfach einen schönen Ausblick auf Vaduz. Den Tag haben wir bei einem guten Abendessen und einem leckeren Bier ausklingen lassen, bevor es zurück ins Hotel ging.
Am heutigen Tag ging es weiter am Rhein entlang, bis dieser dann bei Altenrhein in den Bodensee fließt. Hierbei bildet der Rhein die natürliche Grenze zwischen der Schweiz und Österreich. Das Besondere am heutigen Tag war, dass wir gleich mehrmals Landesgrenzen überschritten haben und zwar zwischen Lichtenstein und Österreich und dann wiederum von Österreich in die Schweiz.
Wenn man erst mal den Bodensee erreicht hat, spürt man sofort das Flair, welches dieser auf seine Besucher ausströmt, man fühlt sich, als sei man irgendwo am Meer. Nicht umsonst wird der Bodensee auch als Schwäbisches Meer bezeichnet, obwohl er doch größtenteils im Badischen liegt und mit der Schweiz und Österreich geteilt werden muss.
Die heutige Etappe hätte man sich, was die Strecke anbelangt, sparen können, denn von Arbon nach Konstanz sind es knapp noch 30 Kilometer. Das hätte man mit dem E-Bike auch am vorherigen Tag schaffen können. Aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht, wobei Urlaub auch der falsche Begriff ist, denn mein Begleiter und ich sind beide Rentner.
Ein Zeichen, dass Touren welche von Radweg-Reisen angeboten werden auch durchaus im fortgeschrittenen Alter zu schaffen sind und ich möchte es zum Abschluss meines Reiseberichts „Rhein-Radtour in der Schweiz“ nochmals erwähnen, dass was die Streckenführung und die einzelnen Etappen anbelangt bei Radweg-Reisen alles getan wird um besondere Wünsche zu berücksichtigen und um seinen Kunden unvergessliche Urlaube zu bescheren.
Mehr erfahren Weniger anzeigenMan tritt in die Pedale und genießt einfach den Blick auf die Berge entlang der Strecke.