Reisebericht: Radtour um den Bodensee

Von unseren Gästen Ulrike und Brigitte

Ende Mai 2019 machten sich zwei Radlerinnen von Bregenz auf, um auf der Radtour um den Bodensee Steinach, Konstanz, Schaffhausen und Überlingen zu erkunden. 8 Tage sollte die Reise dauern - genug Zeit also für Sehenswürdigkeiten, Stadterkundungen und Kulinarisches. Was sie abgesehen von zwei regnerischen Tagen und viel mehr schönem Wetter am abwechslungsreichen Bodensee noch so erlebt haben, können Sie hier nachlesen!

Tag 1: Anreise

Zeitig in der Früh sind meine Freundin Brigitte und ich von meinem Heimatort in Niederösterreich mit dem Auto gestartet. Am Nachmittag sind wir nach 620 km in Bregenz im Hotel Germania angekommen und wurden sehr freundlich empfangen. Das Rad meiner Freundin war schon im Hotel. Nachdem wir unser Gepäck und mein E-Bike ausgeladen hatten, sind wir noch zu meiner Tochter nach Dornbirn gefahren und haben mein Auto bei ihr abgestellt.

Tag 2: Bregenz – Steinach

Nach einem sehr guten Frühstück und der Abgabe unseres Gepäcks an der Rezeption, sind wir mit den Fahrrädern um 9:00 Uhr durch Bregenz nach der Suche eines Stromadapters für die Schweiz gefahren. Ich war sehr erleichtert im dritten Geschäft einen gefunden zu haben, da ich ja mit meinem E-Bike unterwegs war. Im Nachhinein kann ich sagen: Es war unnötig! In den Schweizer Hotels hätte man sich einen ausborgen können, aber mein Stecker hat auch so gepasst.

Bregenz

Von der Stadt sind wir Richtung Festspielbühne gefahren und haben einen Blick auf das Bühnenbild von Rigoletto geworfen, über Hard ging es zügig nach Fussach, dort war der Radweg plötzlich aus und nach einem kleinen Umweg haben wir den Weg Richtung Höchst gefunden. Die Grenze zur Schweiz haben wir in Gaißau überquert.
In Altenrhein ist nach dem Flugplatz das Hundertwasserhaus und weiter ging es nach Rheineck. Kurz vor Rorschach hatte ich eine kurze Schrecksekunde: Ein Randstein war meiner Freundin im Weg und sie ist mit dem Rad gestürzt.
Meine Gedanken überstürzten sich: Notrufnummer? Hoffentlich nichts Ernstes usw. Gott sei Dank: Außer ein paar Löchern in der Radkleidung war nichts passiert.

Arbon

Danach wollten wir so rasch als möglich in unser Quartier nach Steinach ins Hotel Blume. Natürlich sind wir ca. 2 km weiter nach Arbon gefahren und mussten umkehren. Im Hotel war schon unser Gepäck und wir haben die Räder für heute in einem Container abgestellt. Wir haben uns etwas frisch gemacht und los ging es zu Fuß nach Arbon, eine entzückende kleine Stadt: Kirche, Altstadt Schloss Römerhof (ein schiefes Haus), danach eine kleine Rast am Hafen bei Kaffee und wieder retour nach Steinach. Die Kirche gleich bei unserem Hotel wird gerade renoviert.
Ein gutes Abendessen im Hotel hat diesen Tag beendet. Lustig fand ich noch dass im Zimmer zwar ein Fernseher war, aber wir hatten keine Steckdose, um ihn anzuschließen (Wetterbericht wäre ganz gut gewesen).

Tag 3: Steinach – Konstanz

Bei schönem Wetter ging es nach 9:15 mit unserer Reise weiter. Wir fuhren durch kleine Dörfer und eine schöne Landschaft, kleine Pausen für unsere durstigen Kehlen machten wir nur bei Bänken, die am Weg waren. In Münsterlingen haben wir einen Zeppelin beobachtet und uns den Hafen angeschaut. Wir waren richtig überrascht, dass wir so schnell die Grenze Schweiz bei Kreuzlingen nach Deutschland Konstanz überquerten.
Das Rosgartenmuseum hat uns sehr gefallen und eine Tasse Kaffee zum Abschluss im Garten hat uns gut getan.
Da wir die Stadt gerne etwas besser erkunden wollten, sind wir zuerst mit dem Rad in unser nächstes Hotel B&B Konstanz geradelt. Die Räder waren schnell in der Garage verstaut und eine rasche Dusche und wir konnten mit dem Bus retour in die Altstadt fahren.
Zu unserer Überraschung bekamen wir an der Rezeption für unsere Ortstaxe auch die Info, dass wir mit der Bestätigung, kostenlos mit den Öffis fahren dürfen.

Konstanz Hafen

Mit der Linie 6 ging es retour zum Bahnhof der direkt am Bodensee liegt. Der Hafen und die Altstadt war sehr gut zu Fuß erreichbar und hat uns auch sehr gefallen. Bei schönem Wetter haben wir noch im Freien bei einem Italiener unser Abendessen eingenommen.
Plötzlich kamen ein starker Wind und dunkle Wolken auf und wir sind Gott sei Dank noch trocken ins Hotel gekommen.
Der Wetterbericht für die nächsten Tage hat uns gar nicht gefallen: Regen, Wind und Kälte!!!!

Tag 4: Konstanz – Schaffhausen

Die Wettervorhersage hatte leider Recht. Es war kalt, windig und regnerisch. Unter regnerisch kann man sich vorstellen: Es hat geschüttet. Die Entscheidung mit der Bahn zu fahren ist rasch gefallen. Wir mussten nur mit dem Rad zum Bahnhof fahren und waren schon richtig nass. Bei Karstadt noch ein kleiner Einkauf: diverse Regenkleidung und ab ging es mit der Bahn über Singen nach Schaffhausen. Wir sind um 13:00 Uhr im Hotel Sorell Rüden angekommen und waren angenehm überrascht dass unser Gepäck schon da war. Das Hotel ist wirklich sehr schön und liegt sehr gut in der Nähe des Bahnhofs und der Altstadt, das einzige was nicht gut ist: Die Räder stehen im Freien auf einem öffentlichen Platz.
Nachdem wir uns trockengelegt hatten sind wir mit dem Bus Richtung Rheinfall gefahren. Ein kleines Stück haben wir mit einem Selbstfahrenden Bus zurückgelegt.

Rheinfallfelsen, Schaffhausen

Der Weg zum Rheinfall geht bergab und plötzlich sieht man das Naturereignis. Wie alle machen wir natürlich Fotos und lösen den Voucher für die Fahrt zum Felsen ein. Es schüttet immer wieder, aber die 90 Stufen den Felsen rauf war es halbwegs trocken. Es hat sich gelohnt, nicht nur dass wir den Aussichtsfelsen fast für uns allein hatten, die Aussicht ist grandios. Kaum am Ufer angekommen hat es zu schütten begonnen. Zurück in Schaffhausen haben wir noch Möglichkeiten für den nächsten Tag erkundet und in einem netten Lokal guten Flammkuchen gegessen.

Tag 5: Schaffhausen – Konstanz

Regen! Leider hat sich unsere Hoffnung auf schönes Wetter nicht erfüllt.
Nach einem wirklich guten Frühstück haben wir entschieden wieder mit der Bahn zu fahren, und uns Schaffhausen zu Fuß anzuschauen. Das Gepäck abgegeben und im Regengewand haben wir die Sehenswürdigkeiten bei strömenden Regen, Münster zu Allerheiligen, Kreuzgang, Kräutergarten, die Festung Munot mit einem wunderschönen Ausblick erkundet.
Mit der Bahn sind wir wieder nach Konstanz gereist. Leider haben wir dadurch eine der schönsten Strecken am Rhein versäumt und auch die Bootsfahrt von Gaienhofen zur Insel Reichenau mussten wir auslassen.
Das hat aber unserer Stimmung nicht geschadet. In Konstanz wieder zum Hotel B&B und dem Bus zurück zur Stadt, haben wir einen Schaufensterbummel in Regenkleidung (wir haben wie Außerirdische ausgesehen) gemacht. Ein kleines gemütliches Lokal war auch rasch gefunden und unser Abendessen gesichert. Zurück im Hotel haben wir alle Wetterberichte, die wir finden konnten, studiert. Für morgen wurde uns „besseres Wetter“ versprochen.

Tag 6: Konstanz – Überlingen

Der Regen hat aufgehört, es ist etwas bedeckt und wir ziehen uns zur Sicherheit die Regenkleidung an.
In Allensbach haben wir bei einer Bank mitten in der Ortschaft unser Regengewand in die Radtaschen gepackt, da die Sonne schon etwas hinter den Wolken hervor geblinzelt hat. Wir waren zu früh für die „beste Eisdiele am Bodensee“ aber da wir regengeschädigt waren, wollten wir das trockene Wetter ausnutzen, um weiter zu kommen. In Radolfzell war eine große Baustelle und der Radweg plötzlich aus.
Aber wie immer haben wir nette Einheimische getroffen, die uns auf den richtigen Weg gebracht haben. Durch eine schöne Landschaft sind wir weiter Richtung Ludwigshafen gefahren. Ludwigshafen war nicht so prickelnd, da der Radweg auf der Straße durch die Stadt führte. Beim Bahnhof haben wir eine Rast gemacht und uns Kaffee und Kuchen gegönnt. Bei strahlendem Sonnenschein ging es weiter nach Überlingen, einer Kurstadt (Kneipp).

Nach einigem Suchen haben wir unser Hotel Wiestor gefunden. Zu unserer Freude war das Gepäck schon da und wir konnten mit dem Aufzug in den 2. Stock und eine Wendeltreppe zu unserem kleinen Zimmer (ein riesiges Apartment mit 3 Schlafzimmern und Balkon) gelangen.
Auf zur Entdeckung von Überlingen: Landungsplatz Brunnen. Münster St. Nikolaus sowie Stadtgarten mit 6 m hohen Kakteen. Einen wunderschönen Abschluss machte das Abendessen vis a vis vom Hotel. Es ist mir schon bei unserer Ankunft aufgefallen und die Öffnungszeiten waren sehr genau angegeben: "Wenn wir da sind haben wir auch meistens offen." Das Essen war hervorragend und die Erdbeerbowle hat uns unsere Vitamine für den Tag gebracht. Müde und zufrieden sind wir in die Betten gesunken.

Stadtgarten Überlingen
Überlingen Promenade

Tag 7: Überlingen – Bregenz (Dornbirn)

Der Wettergott hat es mit uns gut gemeint, nach den zwei Regentagen hat er uns strahlenden Sonnenschein geschickt.
Zeitiger als sonst sind wir um 8:30 gestartet da wir unsere längste Strecke zu bewältigen hatten. Wir radelten über Birnau entlang der Weinberge nach Meersburg, wo wir am Hafen einen Kaffee zu uns nahmen und die Schiffe, die zur Mainau fahren, beobachteten. 
Ein Zeppelin verfolgte uns den ganzen Tag, wir radelten munter weiter über Hagnau, Immenstaad, Friedrichshafen und näherten uns zügig Lindau. Diese schöne Stadt kannte ich schon, da ich mit meiner Tochter dort auch ihr Brautkleid gekauft habe. Es ging zügig zum Hafen wo meine Freundin und ich uns eine wunderbare Jause gegönnt haben.

Lindau Hafen

 

Durch die Regenfälle der letzten Tage war viel Treibholz im Hafen zu sehen.
Von Lindau nach Bregenz war es nur mehr ein Katzensprung und ich habe mir überlegt mit dem Fahrrad nach Dornbirn zu meinem Auto zu radeln. Natürlich habe ich meiner Freundin freigestellt schon ins Hotel zu fahren, aber sie hat sich entschlossen die zusätzlichen 17 km mit mir zu fahren. Da wir natürlich keine Karte mehr hatten (Bregenz war ja unser letztes Etappenziel) mussten wir uns durchfragen wie wir mit dem Rad nach Dornbirn kommen. Über ein paar kleine Umwege waren wir in Dornbirn, aber natürlich hatte ich keine Ahnung wie ich zu meiner Tochter ins Hatlerdorf kommen konnte. Nach einigen erfolglosen Versuchen einen Ortskundigen zu finden, hatten wir Glück. Eine etwas ältere Dame auf dem Fahrrad sagte uns sie müsse genau dort hin und wir sollen ihr folgen. Das war eine sehr nette Geste und wir haben in kürzester Zeit (sie war sehr schnell unterwegs) meine Tochter erreicht. Mit dem Auto zum Hotel und einem gemütlichen Abendessen im Hotel war unsere Radreise fast zu Ende.

Tag 8: Bregenz ohne Rad, Abreise

An unserem Abreisetag haben wir noch Bregenz erkundet. Wir sind mit der Gondel auf den Pfänder gefahren und haben uns den Wildpark angesehen, die kurze Strecke bis zum Gipfelkreuz hat sich ausgezahlt, der Blick über den See war fantastisch.
Zurück in der Stadt haben wir eine Rast am See nahe der Festspielbühne gemacht. Das schmalste Haus Europas ist nur 57 cm breit und steht in der Kirchenstraße 29. Weiter geht es bergauf zu einer Kirche, die zu einer Bibliothek umgebaut wurde. Die Vorarlberger Landesbibliothek ist wirklich sehenswert. So ging unsere Radreise bei schönem Wetter leider zu Ende und wir haben beschlossen sicher noch mehrere Reisen mit dem Rad zu unternehmen.
 

Wir danken für die gute Organisation und dass man trotzdem so individuell reisen kann.