Reisebericht: Der Kocher-Jagst-Radweg

Von unseren Gästen Maria und Elisabeth, die im August 2025 mit uns unterwegs waren...

Wie in jedem Jahr entschieden wir uns, im Frühjahr 2025 wieder eine gemeinsame Radreise zu machen. Wir sind zwei langjährige Freundinnen (68 und 71 Jahre alt) und unternehmen seit 2012 Radurlaube hauptsächlich in Deutschland und Österreich. Früher haben wir unsere Reisen selbstständig organisiert und waren noch nicht mit E-Bikes unterwegs. Seit 2022 buchen wir unsere Reisen über einen Anbieter, wo wir die Hotels, den Gepäcktransport und die E-Bikes gleich mit buchen können. Dies hat den Grund, dass wir unsere schweren Räder nicht gerne mit der Deutschen Bahn transportieren lassen. Wir hatten viele schlechte Erfahrungen mit verspäteten Zügen, weggefallenen Reservierungen und Bahnhöfen mit defekten Aufzügen gemacht.

Nach zwei Urlauben mit Radweg-Reisen (Main-Radweg in 2022 und Donau-Radweg von Passau nach Wien in 2023) entschieden wir uns, in diesem Jahr den Kocher-Jagst-Radweg von und nach Schwäbisch Hall zu radeln. Die Radreise startete am 17.08. und endete mit einem Verlängerungstag am 24.08.2025.

Diese Entscheidung haben wir keinen Tag bereut!

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1. Tag: 17.08.2025, Anreise

Los ging es um 9.00 Uhr ab Aachen-HBf. nach Schwäbisch Hall-Hessenthal. Am Nachmittag kamen wir bei schönem Wetter in Schwäbisch Hall an. Ein freundlicher einheimischer Student half uns beim Gepäcktragen. Was für eine tolle Begrüßung im Schwabenland! Unser Hotel war das Hotel Goldener Adler, zentral gelegen am Marktplatz und der St. Andreaskirche.

Die malerische Stadt lag träge im Sonntagsnachmittagsschlaf. Unser Hotelzimmer ermöglichte uns einen wunderbaren Blick auf den Marktplatz. Beim Einchecken erfuhren wir, dass Freilichtfestspiele im Städtchen sind und dass abends auf der Großen Treppe der Kirche das Musical „Hairspray“ aufgeführt wird. Zunächst machten wir einen Stadtspaziergang und schlenderten hinunter zum Kocher. Die Stadt hat mit seinen Fachwerkhäusern in der Altstadt Charakter und Charme. Nach einem leckeren Essen kehrten wir zurück zum Hotel.

Wir brauchten keine Karten für das Musical, denn wir konnten bequem vom Fenster aus einen Teil der Vorstellung anhören bzw. sehen. Der Genuss war jedoch nicht von langer Dauer, weil wir sehr müde waren und auch die Akustik nicht so toll war.

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Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall

2. Tag: 18.08.2025, Etappe Schwäbisch Hall nach Ailringen, ca. 50 km

Nach dem ausgezeichneten Frühstück fanden wir unsere E-Bikes im Radraum des Hotels. Alles war dabei: Bordtasche, Gepäcktaschen, Ladegerät, Luftpumpe, Reparatur-Set, Streckenbeschreibung und Infos zu Sehenswürdigkeiten.

Zunächst ging es am Kocher entlang, anfangs auf einem schmalen Radweg, der dann in ein breites Tal überging. Sehr beeindruckend war der Blick auf die gigantische Kocher-Talbrücke (185 m hoch, 1128 m lang). Uns fiel auf, dass es eine sehr reiche Obsternte sowie eine üppige Blumenvegetation gab. Eine Augenweide und Motivvielfalt für unser gemeinsames Hobby, dem Fotografieren.

Wir hatten uns, selbstverschuldet „verfranzt“ und ächzten den Berg nach Schloss Langenburg hoch, der Residenz der Familie Hohenlohe-Langenburg. Hier gibt es das erste Kompliment an die tollen Räder von Radweg-Reisen. Sie sind robust, packen die Steigungen gut. Die Akkus haben nicht schlapp gemacht, und wir hatten abends noch immer etwas „Reserve“ in der Anzeige.

An den üppigen Obstbäumen haben wir immer mal wieder, mit Erlaubnis, einen Apfel oder eine Birne genascht. Köstlich!!! In Ailringen übernachteten wir in einem ehemaligen Rathaus, als Pension umgebaut und geschmackvoll eingerichtet.

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3. Tag: 19.08.2025, von Ailringen nach Sindringen, ca. 42 km

Dieses Mal ging es bei traumhaftem Wetter durch Auen und Streuobstwiesen an der Jagst entlang, vorbei an Muschelkalkfelsen und Getreidefeldern. Immer wieder überquerten wir die Jagst, die malerisch dahinfloss. Ab und zu gab es auch Schwimmmöglichkeiten. Die Versuchung war groß, einmal ins kühle Nass zu springen. Wir zogen es jedoch vor, weiter zu radeln. Denn wer weiß, was uns noch an diesem Tag zeitlich abverlangt wurde. Wir besuchten das Kloster Schöntal, 1153 gegründet und heute ein Bildungszentrum.

Uns fiel auf, dass es wenig Leben in den Dörfern gibt. Eine Eisdiele oder ein Café haben wir vergeblich gesucht. Auch hier waren Ferien, und die Bewohner waren ebenfalls unterwegs. Es gab hier wieder heftige Steigungen. Wir waren ein weiteres Mal froh, so robuste Räder zu haben. Vor allem die letzte Steigung, hoch nach Sindringen, war körperlich und atemtechnisch eine Herausforderung. Oben auf dem Berg wurden wir mit Weitsicht über das Kochertal und Blick auf Sonnenblumenfelder belohnt. Völlig verschwitzt kamen wir in Sindringen an, und es ging nur noch unter die Dusche, zum Essen und ab ins Bett.

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Möglingen
Möglingen

4. Tag: 20.08.2025, von Sindringen nach Neckarsulm, ca. 40 km

Auch an diesem Tag ging es weiter auf gut ausgebauter Strecke durch grüne Auenlandschaften am Kocher entlang. Wir passierten die Orte Möglingen, Neuenstadt und Bad Friedrichshall.

In Möglingen trafen wir ein nettes Radler-Paar aus Bremerhaven. Wir haben uns länger unterhalten und uns über unsere Reisen ausgetauscht. In Neuenstadt, einem malerischen historischen Örtchen mit Fachwerkhäusern und einer Anlage mit alten Linden, trafen wir sie wieder. Man bekommt als Radler immer schnell Kontakt, sowohl zu anderen Radlern als auch zu den Einwohnern. Vor allem die Dorfbewohner sind sehr hilfsbereit, wenn es um Tipps zu Restaurants und Streckenführung geht.

Wir begegneten einem Hobby-Gänsezüchter, der uns ganz stolz seine Gänseschar vorstellte, sehr große, behäbige Gänse. Später radelten wir am Neckar entlang und kamen am riesigen Werksgelände von AUDI vorbei. Das Hotel liegt etwas außerhalb. Wir hatten jedoch einen sehr netten engagierten Rezeptionisten, der uns bei einer tollen Pizzeria in der Nähe sehr leckere Pizzen liefern ließ.

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5. Tag: 21.08.2025, von Neckarsulm nach Sindringen, ca. 62 km

In Neckarsulm starteten wir morgens bei bedecktem Wetter. Vorweg gesagt: es war der herausforderndste Streckenabschnitt. Wir machten einen Abstecher in die Kaiserpfalz Bad Wimpfen. Der Ort liegt auf der Hochebene am linken Neckarufer. Die engen gepflasterten Gassen schmiegen sich eng an den Stadtkern. Wir stiegen 134 Stufen auf den 58 m hohen Wachturm (Blauer Turm), der weit im Land sichtbar ist. Oben erwartete uns eine nette schwäbische Türmerin, die uns von ihrem Leben dort erzählte. Wir hatten eine tolle Rundum-Aussicht über die Altstadt und das Neckartal.

Weiter radelten wir nach Neudenau mit seinen fränkischen Fachwerkhäusern am Marktplatz. Hier gönnten wir uns einen leckeren Eisbecher. Unterwegs suchte uns das einzige Gewitter auf der Tour heim. Wie gut, dass wir sehr gute und dichte Regenkleidung griffbereit hatten. Erneut mussten wir den steilen Anstieg durch die schönen Obstwiesen nach Sindringen bewältigen. Wir haben es am Ende geschafft. Wir waren im gleichen Hotel untergebracht, wie schon zwei Tage zuvor. Lobenswert ist, dass ausnahmslos alle Hotels über separate Räume/ Garagen verfügen, um die Räder sicher unterzustellen. Wieder ein Pluspunkt für die Organisatoren von Radweg-Reisen.

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Bad Wimpfen
Bad Wimpfen

6. Tag: 22.08.2025, von Sindringen zurück nach Schwäbisch Hall, ca. 60 km

Unsere letzte Etappe gehört mit zu den schönsten der Kocher-Jagst-Tour.

Waren wir nach dem Start in Sindringen noch unten an den Flussauen des Kocher unterwegs, verlief die Tour ab Niedernhall über sanfte Hügel bis kurz vor Schwäbisch Hall. Wir radelten bei bestem Wetter durch wunderschöne historische Dörfer und besuchten Forchtenberg, den Geburtsort der Geschwister Scholl. In Niedernhall stehen schmucke Fachwerkhäuser wie überall auf der gesamten Strecke. Niedernhall liegt am Ufer des mittleren Kocher in 200 bis 400 Meter Höhe. Der Kocher liegt tief in der Hohenloher Ebene. Hinter Braunsbach unterquerten wir nochmals die höchste Talbrücke Deutschlands, die Kocher-Talbrücke. Kurzum, ein krönender Abschluss unseres Radabenteuers.

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7. Tag: 23.08.2025, Schwäbisch Hall – Entspannungstag

Am letzten Tag unserer Reise, wir hatten einen zusätzlichen Tag gebucht, sahen wir uns Schwäbisch Hall noch einmal genau an. Wir schlenderten durch die wunderschöne Altstadt und besuchten die Kunsthalle Würth mit tollen Exponaten und einer interessanten Sonderausstellung über Hologramme. Erst später entdeckten wir auf unserem Rundgang das Sole-Bad von Schwäbisch Hall, direkt mit toller Aussicht am Kocher gelegen. Der Besuch desselben hätte bei schlechtem Wetter sehr gut gepasst.

Alles in allem hatte diese Radtour alles das, was wir auf unseren Touren so mögen: schöne Streckenführung und gute Beschilderung, sehr gute robuste Leihräder, guter und freundlicher Service, reibungsloser Gepäcktransport, gute Hotels, reichhaltiges Frühstück, herrliches und nicht zu heißes Wetter, freundliche und hilfsbereite Dorfbewohner und interessante Sehenswürdigkeiten.

Ganz sicher werden wir unseren nächsten Radurlaub wieder mit Radweg-Reisen planen und durchführen!

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Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall