Reisebericht: Die Münchner Seenrunde

Von unseren Gästen Anette und Dieter

"Die Münchner Seenrunde"

Schon als wir diese Überschrift im Prospekt lasen, schwirrten gleich einige Bilder durch den Kopf: Blaue Seen mit Segelschiffen, Berge, bewaldete Höhen, Zwiebeltürme, Biergärten, Weiden…
Wir wurden nicht enttäuscht!

Anette und Dieter entschieden sich für einen Radurlaub rund um die Münchner Seen. Dabei besuchten Sie den Ammersee, den Kochelsee und den Tegernsee.

 

Start am Ammersee statt in München

Wir wählten als unseren Startort zu dieser Radlrunde Dießen am Ammersee, nicht das quirlige München. Dort logierten wir im Hotel zum See, einem Hotel Garni, in dem wir freundlich empfangen wurden und die uns bei unseren Fragen hilfreich zur Seite standen.

Fischsuppe in Bernried

Die Unterkünfte

Überhaupt waren die ausgesuchten Hotels wieder mal gut gewählt – besonders angenehm empfanden wir den Aufenthalt im Hotel Seeblick in Bernried – wobei hier die Angebote des angeschlossenen Restaurants sehr zu loben sind – und im Hotel Alpenhof Postillion in Kochel am See.

Doch auch in allen anderen Hotels war jeden Tag ein exzellentes, abwechslungsreiches Frühstücksbüffet geboten und somit hatten wir stets eine gute Grundlage für die Herausforderungen des Tages. Obwohl unsere Übernachtung beispielsweise im Hotel Sheraton in München auch sehr gepflegt war, war es dort aber eben aufgrund der Größe des Hotels unpersönlicher.

Die Radwege

Die vorgeschlagenen Radwege waren zum großen Teil asphaltiert, was naturgemäß ein entspanntes Fahren ermöglichte. Bei den meisten Anstiegen oder auch in den Waldgebieten fuhren wir dagegen auf Wegen mit grobem Gestein – wobei insbesondere ich mich sehr konzentrieren musste und dies dann auch eher als ermüdend empfand. Mein Mann hätte diese Passagen sicherlich lieber schneller durchfahren, aber er wartete stets geduldig auf seine so zögerlich radelnde Frau. Aber wenn wir durch die Abfahrten wieder für den Kraftaufwand entschädigt wurden, konnten wir im Bunde wieder mit der Sonne lachen.

Manchmal war die Ausschilderung der Radwege nicht optimal – das hängt auch mit den Landkreisen zusammen – aber auf den Orientierungssinn meines Mannes und den Stand der Sonne war immer Verlass – sodass wir jeden Tag unser Ziel erreicht haben.

Die Seenrunde im September 2019

Pause in Seeseiten

Überhaupt hatten wir nicht nur Glück mit den guten und bequemen Übernachtungen, sondern auch mit dem Wetter! Denn just in dieser Zeit war jeden Tag Sonne angesagt und es hatte sehr angenehme Temperaturen. Da lockten natürlich die bayerischen Biergärten, die für uns immer ein isotonisches Getränk im Ausschank hatten. So lässt sich‘s leben!

Die vom Veranstalter ausgesuchte Route führte uns auch in gemütliche und gepflegte Ortschaften, deren Marktplätze stets zum Verweilen einluden.

In Weilheim saß sogar die Prominenz neben uns: Der bekannte Schauspieler Friedrich von Thun genoss wie wir und etliche andere Gäste das sommerliche Wetter und den idyllischen Marktplatz, um dort bei einer Tasse Kaffee gestenreich seine neue Rolle zu studieren.

Da die Fahrt vom Kochelsee nach Bad Tölz relativ kurz war, machten wir noch einen Abstecher an den Tegernsee. Auch hier wurden wir durch einige rasante Anstiege ein wenig ausgebremst, selbst unsere E-Bikes kamen ans Limit ihrer Leistung, aber der Blick auf den Tegernsee von der Höhe aus in der Nähe von Holz entschädigte uns dafür wieder.

Wiessee

Hindernisse auf dem Weg nach Bad Tölz

In Wiessee war plötzlich mein Sattel kaputt. Wir fanden im Fahrradgeschäft Franz Schmid in der Dr.-Scheid-Straße 19 (auch Fahrradverleih!) den hilfsbereiten Seniorchef, der ganz ruhig und sachlich den Sattel reparierte und uns sogar – damit wir unbeschadet den Heimweg antreten konnten – die Akkus wieder auflud!

Weil mir die Rückfahrt nach Bad Tölz per Rad zu anstrengend war, entschlossen wir uns, mit der BOB (Bayerische Oberlandbahn) zurückzufahren. In Wiessee fanden wir dann ein Schiff, das unsere Räder mitnahm – und so fuhren wir über den Tegernsee nach Gmund und dort zum Bahnhof.

Aber unsere Rückreise sollte nicht glatt verlaufen: der Zugführer konnte uns wegen der vielen Fahrgäste, die schon an Bord waren, nicht mitnehmen, da unsere Räder den Fluchtweg verstellt hätten. Also mussten wir den Zug wieder verlassen – und warteten auf den Gegenzug nach Tegernsee, denn dort wären wir die Ersten im Zug und hätten Platz. Diesen tollen Tipp gab uns ein sehr freundlicher, hilfsbereiter Schaffner – und wir waren froh, dass man auf solchen Reisen immer wieder auf nette Leute trifft.

Pause in Tegernsee

In Tegernsee mussten wir allerdings ca. 45 Minuten warten, bis der Zug dort losfuhr. Aber dieser freundliche Zugbegleiter hatte außerdem die Empfehlung parat, die Wartezeit im nahegelegenen Biergarten bei einem alkoholfreien Weizenbier zu verkürzen. Er hatte derweil ein Auge auf unsere Räder. So gestärkt konnten wir dann unserer Rückfahrt entspannt entgegensehen.

Dann das übliche Umsteigen in Schaftlach, um in den Zug in Richtung Lenggries zu kommen, der über Bad Tölz fuhr. Die Zeit rannte uns davon, es wurde dunkel. In Bad Tölz mussten wir uns dann in der Dunkelheit den Weg zum Hotel suchen, das ziemlich weit vom Bahnhof entfernt lag. Einen besonders geeigneten Radweg konnten wir bei diesen Lichtverhältnissen nicht ausmachen. Der Weg – an einer viel befahrenen Bundesstraße entlang – führte nach unten, wohl Richtung Isar, das war auf jeden Fall mal richtig. Ich ließ es laufen, fuhr wie der Teufel, um von dieser Straße weg zu kommen – ganz im Gegensatz zu meiner Gewohnheit, bei abfallenden Straßen die Bremsen heiß werden zu lassen. Letztendlich hat alles bestens geklappt, wir haben das Hotel gefunden und dann noch einen Absacker im Gasthaus Binderbräu genossen. Das sind so Begebenheiten, die vergisst man nicht so schnell.

Etappe nach München

Von Bad Tölz gings dann am nächsten Morgen los in Richtung München – eine sehr schöne Fahrt über Wolfratshausen, Grünwald, öfters direkt an der Isar vorbei oder auch beim Tierpark Hellabrunn.

Pause am Deutschen Museum

Es war Samstag und "unser“ VfB Stuttgart spielte gegen Regensburg. Im Hof des Deutschen Museums konnten wir WLAN empfangen und so sahen wir uns im Schatten, auf unserem im Reisegepäck mitgenommenen Tablet, dieses Spiel an – nervenaufreibend, aber mit Sieg für den VfB Stuttgart.

In dieser guten Stimmung fuhren wir dann die letzte Etappe bis zum Sheraton-Hotel. Hier wohnten wir in einem sehr großzügigen Zimmer mit einem Vorraum neben dem Schlafzimmer, hoch oben im zehnten Stock, mit einem tollen Rundblick auf die Stadt München.

Die letzte Etappe: Von München über Andechs zum Ammersee

Der letzte Radtag bescherte uns erst die Strecke raus aus München – der Radweg entlang der vielbefahrenen Ausfallstraße ist gut zu befahren, auch noch gut gekennzeichnet – was sich dann aber verliert. Auf jeden Fall fanden wir den Weg nach Andechs und schoben unsere Räder hinauf zum Kloster – aber an diesem Sonntag mit Wärme und Sonnenschein waren sehr viele (zu viele) Menschen unterwegs. Es gab sehr lange Schlangen vor der Getränkeausgabe und damit größere Wartezeiten. In einem nahegelegenen kleineren Biergarten gings schneller. So wäre es auch ratsam gewesen, nicht den angegebenen Radweg durch den Wald hinunter nach Herrsching zu fahren – vor lauter Spaziergängern kam man gar nicht voran – sondern von Andechs aus der Straße nachzufahren. Na ja, das nächste Mal sind wir schlauer!

Fazit

Nun ist diese Radtour vorbei, Vergangenheit. Es hat alles geklappt: Die schöne Landschaft, die liebenswerten Menschen, der fürsorgliche und für alle Eventualitäten vorausschauende Service vom Veranstalter, die gut ausgesuchten Unterkünfte. Das ist nun schon unsere dritte Reise mit der Firma RADWEG-REISEN, jetzt im Bunde mit dem Veranstalter Eurobike  – wir werden weitermachen!